Am 21. März 2027 zeigt sich, wer den Sprung in die Luzerner Regierung im ersten Wahlgang schafft. Die besten Chancen haben selbstredend bisherige Exekutivmitglieder. Das werden in zehneinhalb Monaten nach heutigem Wissensstand Fabian Peter (FDP, siehe Box), Ylfete Fanaj (SP), Armin Hartmann (SVP) und Michaela Tschuor (Mitte) sein. Noch offen ist, ob der 2011 erstmals gewählte und damit amtsälteste Regierungsrat Reto Wyss (Mitte) ein fünftes Mal kandidiert.
Keine Zweifel gibt es bei Pius Barmet: Er tritt für die GLP zu den Regierungsratswahlen an. Das ist der Einladung für die Mitgliederversammlung vom Samstag, an der er offiziell nominiert wird, zu entnehmen. Der 54-Jährige ist in der Kantonalpolitik bis jetzt nicht aktiv gewesen, wohl aber an seinem Wohnort Horw: Barmet politisierte zwischen 2020 und Februar 2026 im Einwohnerrat, wo er Mitglied der Geschäftsprüfungskommission war, und er ist Präsident der Ortssektion der Grünliberalen. Ausserdem ist er Luzerner durch und durch: 52 seiner 54 Lebensjahre hat er in Eschenbach, Luzern und Horw verbracht.
Bei den Steuern konkurrenzfähig sein
Doch was motiviert Barmet, in ein wenig erfolgversprechendes Rennen zu steigen? «Ich möchte den Wählerinnen und Wählern eine echte Auswahl bieten und mache das für meine Partei», sagt der beruflich auf der ganzen Welt herumgekommene Elektroingenieur mit einem Abschluss als Executive MBA der Hochschule Luzern.
Könnte Barmet Luzern mitregieren, würde er «eine Politik machen, die den Kanton weiterhin wirtschaftlich stark hält und gleichzeitig bei Energie und Mobilität ökologisch weiterbringt». Zur Steuerpolitik sagt er: «Wir brauchen nicht die tiefsten Steuern, aber wir müssen im Vergleich zu den anderen Kantonen konkurrenzfähig sein.» Ganz der Grünliberale, würde er den ökologischen Umbau in der Energiepolitik weitertreiben und auch in der Verkehrspolitik Akzente setzen: «Von einem durchgängigen Velonetz sind wir noch weit entfernt.»
Mit diesem politischen Programm wäre Barmet prädestiniert für das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement. Natürlich würde ihn dieses Departement in besonderem Mass ansprechen, sagt der Vater von zwei Töchtern – und ergänzt sofort, zum jetzigen Zeitpunkt sei es viel zu früh für solche Aussagen.
Frühe Kandidatur für höheren Bekanntheitsgrad
Gäbe es die GLP nicht, wäre Barmet in keiner Partei. «Am ehesten» sei einmal die FDP zur Debatte gestanden. «Aber das war noch zur Zeit, als Petra Gössi Präsidentin war und ökologische Themen mehr Gewicht hatten.» Als politisches Vorbild bezeichnet er GLP-Präsident Jürg Grossen. Beeindruckt sei er aber auch von der «sehr guten Arbeit» der Bundeshaus- und Kantonsratsfraktion.
Dass er seine Kandidatur so lange vor dem Wahltermin lanciert, begründet Barmet damit, seinen Bekanntheitsgrad steigern zu wollen. Aufwendige Aktionen haben er und seine Partei allerdings nicht vor. «Wir wollen einen schlanken Wahlkampf machen», kündigt der Mann an, der in der Freizeit gerne wandert, Velo fährt und sportlich generell aktiv ist. Das Budget für den Regierungsratswahlkampf sei im Gegensatz zum Gesamtetat von 270’000 Franken für die kantonalen und eidgenössischen Wahlen im nächsten Jahr noch nicht festgelegt. Entschieden hat Barmet dafür, dass er auch bei den Kantonsratswahlen antritt.
Lukas Nussbaumer
Luzerner Zeitung, Ausgabe 7. Mai 2026